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ASF Thüringen

"Frauensilvester"

Allgemein

Wenn am kommenden Freitag besonders viele Frauen mit einer roten Handtasche unterwegs sind, heißt das, es ist wieder Equal Pay Day - der Tag der Lohnungleichheit. Denn die roten Taschen stehen symbolisch für die leeren Geldbörsen. Wie erst kürzlich das Statistische Bundesamt wieder bekannt gab, verdienen Frauen im Schnitt ca 22% weniger als Männer, d.h. sie müssen bis zum 20. März arbeiten um das Lohnniveau von Männern am 31. Dezember zu erreichen.
Selbst mit Abzug der niedrigeren Entlohnungen von frauentypischen Berufen sowie Kindererziehungs- und Pflegezeiten bleibt ein nomineller Lohnunterschied von 9%, der Frauen ganz klar benachteiligt. Damit ist die Entgeltlücke hierzulande nahezu konstant und größer als in den meisten EU-Ländern.
Und während im Westen der Republik das Lohngefälle in kleinen Schritten sinkt, ist es im Osten aufgrund der Tarifstruktur in den letzten Jahren sogar leicht angestiegen. Denn obwohl mehr Frauen in Ostdeutschland sozialversicherungspflichtige Jobs haben, sind die Einkommen eben nicht so stark gewachsen wie im Westen - auch weil weniger tarifgebundene Entgelte gezahlt werden und weil viele Frauen in Teilzeit oder als Minijobber arbeiten. 
Das beliebte Argument von Ökonomen, dass eine Sekretärin nun mal nicht das gleiche Gehalt bekommen sollte wie der Firmenboss, kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem Minijobber einen niedrigen Stundenlohn bekommen wie Vollzeitkräfte - in der selben Arbeitsstunde, für die gleiche Tätigkeit, im gleichen Unternehmen. Hier setzt die eigentliche Diskriminierung an und hier wollen Frauen für mehr Transparenz in der Gehaltsstruktur werben. Und während der Müllmann eine Erschwerniszulage für seine Tätigkeit bekommt, bekommt diese die Altenpflegerin nicht, trotz einer vergleichbaren körperlichen Belastung.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat ein ein Gesetz zur Entgeltgleichheit sowie mehr Transparanz angekündigt und dieser Schritt geht in die richtige Richtung. 
Zudem müssen bestehende Tarifverträge und der gesetzlichen Mindestlohn als Lohnuntergrenze lückenlos eingehalten werden. Auch ein Rechtsanspruch auf die Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung hilft vielen Frauen nach einer
familienbedingten Reduzierung ihre Arbeitszeit. Hier sind sich die SPD Frauen in ihren Forderungen mit den Gewerkschaften einig. 
Als Symbol tragen wir am 20. März rote Handtaschen und feiern Frauensilvester.
Machen Sie mit - Aktionen gibt es u.a. in Erfurt, Eisenach und Bad-Salzungen.
 
Heidrun Sachse
Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen
 
 
 

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